Die Situation birgt Horror und Sprengstoff in sich: Just an dem Tag, als Julia ihren vermeintlich heißgeliebten Adam heiraten will, erhält sie die Nachricht, dass ihr Vater gestorben ist. Damit nicht genug: der Inhalt einer riesigen Kiste, per Spedition in ihr Appartement geliefert und die sechs darauffolgenden Tage wirbeln das Leben der New Yorker Grafikerin restlos durcheinander.
Aber so ein Sturm, das weiß man, kann ja Fronten klären, Sicht und Gefühle klarer machen. Kein Wunder, dass Julias Freund Stanley zu der Ansicht gelangt: „Es gibt Augenblicke, da frage ich mich, ob dein Vater nicht gut daran getan hat, sich gerade heute beerdigen zu lassen.“ Nur: ist Julias Vater auch wirklich tot? „Das glaubt mir kein Mensch.“ Kindheit und Jugend, die nicht leichten und problemlosen Jahre mit ihrem Vater, der nie Zeit hatte werden plötzlich lebendig. „Ich habe dir so viel zu sagen und nur noch so wenig Zeit.“
Knapp 400 Seiten bester Unterhaltung, urkomischer Situationen und eine herrliche und herzerwärmende Geschichte, stellenweise nahe an Kitsch und Tränen geschrieben. Aber das ist eben Marc Levy: Bevor es jemals Kitsch werden könnte kriegt der Franzose voller Herz und Charme, zudem stets für einen Bestseller gut, immer rechtzeitig die Kurve, verwandelt gefährdete Situationen in geradezu himmlische und skurrile Konstellationen.
Auch diesmal kommen Magie und die „Macht der Träume“ nicht zu kurz: bevor Julias Leben letztlich in ruhiges Fahrwasser gerät, führt das Schicksal sie nach Montreal, Paris und schließlich Berlin, wo sie vor vielen Jahren am Tag des Mauerfalls ihrer ganz großen Liebe begegnete. „Der Augenblick wird immer Teil deines Lebens sein.“
Es ist die Lebens- Philosophie zwischen den Zeilen, die der eigentlich ja simplen Geschichte Rückgrat und Gewand gibt: Miteinander reden, sich zuhören, Wichtiges nicht verschieben, weil die Zeiten es vielleicht einmal unmöglich werden lassen: „...ich kann nichts tun, um die verlorenen Jahre nachzuholen. Ich habe sie wie ein Dummkopf verstreichen lassen...dabei warst du das einzig Wichtige in meinem Leben.“ Und selbst wenn es die Hauptfiguren des Romans auch fast quer über den Globus treibt, Levys hinreißend flotte, atmosphärische und liebevolle Geschichte klärt auf und hat ja so recht: „Wichtig ist nicht, zu wissen, in welcher Stadt oder welcher Ecke der Welt sich der andere aufhält, sondern welche Art Liebe uns mit ihm verbindet.“ - Barbara Wegmann
Wie kommt das Salz ins Meer? Warum fallen wir nicht von der Erde? Was passiert, wenn ein Stern explodiert? Wie misst man den Umfang der Erde? Wer hat den ersten Dinosaurier gefunden? Woraus besteht die „Bettdecke†der Erde? Woher kommt der Mensch? – Das sind nur einige der Fragen rund ums Weltall, die Erde und das Leben, die Bill Bryson in diesem Buch beantwortet. Das macht er mit jeder Menge Spaß und vielen spannenden Geschichten. Sie handeln von Atomen, Asteroiden und Aliens, aber auch von den Menschen, die sich seit Jahrtausenden bemühen, diesen Fragen auf den Grund zu gehen.
Eine kurze Geschichte von fast allem ist längst ein Weltbestseller, und das hat viele Gründe: Bryson schreibt humorvoll statt nüchtern, persönlich statt abstrakt, charmant statt hölzern, anschaulich statt hochgestochen. Und nicht zufällig beginnt sein Buch mit einem Kindheitserlebnis: Wissenschaftliche Neugier treibt schließlich jedes Kind um, das sich fragt, woher man weiß, dass die Erde innen flüssig ist, und ob es wohl irgendwo im All Außerirdische gibt.
Jetzt können endlich auch junge LeserInnen ab zehn Jahren in ihrem eigenen „Bryson†schmökern. Dafür wurde die „Erwachsenenausgabe†zum einen hervorragend gekürzt – man vermisst kaum Informationen, sogar wenn man beide Ausgaben nebeneinander liest – und zum anderen herrlich illustriert. Jede Doppelseite bildet nun eine gut strukturierte, übersichtliche inhaltliche Einheit. Brysons Humor wird dabei durch die Illustrationen und Fotos wunderbar unterstützt. Aber vor allem machen die Bilder die Informationen (vor allem die sehr abstrakten) noch anschaulicher und damit verständlicher. Und sie geben zahlreiche „versteckte†Informationen (zum Beispiel zur Epoche, in der ein Forscher gelebt hat), auf die man ansonsten viel Text verwenden müsste.
Das klingt nicht nur gut, es ist schlichtweg DIE ideale Lösung für ein populärwissenschaftliches Buch: Text und Bild ergänzen sich, lassen einen staunen, lachen und verstehen. Deshalb sollten nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, die sich für „fast alles†interessieren, zu dieser Ausgabe des Bestsellers greifen. Denn warum sollte man darauf verzichten, Informationen in der bestmöglichen Form präsentiert zu bekommen, nur weil man kein Kind mehr ist? -- Gabi Neumayer