Erst wenige Jahre ist es her, da erschütterte das Lexikon der populären Irrtümer unser Weltbild mit Enthüllungen, wie: Spinat enthält weniger Eisen als Schokolade, durch Lesen im Dunkeln kann man sich niemals die Augen verderben, Fast Food ist nicht ungesund, der Sturm auf die Bastille hat nie stattgefunden. Jetzt haben dieselben Autoren ein neues Lexikon vorgelegt, und diesmal geht es uns an die Sprache.
Sprache wandelt sich, unverständliche Wörter werden umgedeutet (der Fachbegriff dafür ist "Volksetymologie"), alte Bedeutungen gehen verloren und machen neuen Platz -- Sprache ist eben keine Mathematik und daher nicht immer logisch zu erschließen. Und so kommt es, dass unsere Sprache viel Merkwürdiges, Witziges, Verblüffendes und auch in die Irre Führendes enthält. So ist die Walnuss keine Nuss, die Erdbeere keine Beere, die Kaffeebohne keine Bohne, die Hebamme keine Amme etc.
In sechs großen Kapiteln -- von "Essen und Trinken" bis "Wirtschaft und Gesellschaft" -- haben Krämer und Sauer solche Merkwürdigkeiten versammelt, jeweils mit einer kurzen Erläuterung, manchmal auch mit einem Zitat, das das auf dem Prüfstein stehende Wort enthält. Auch wenn Sie schon wissen, dass Baumwolle nicht auf Bäumen wächst und dass Nilpferde keineswegs Pferde, sondern Schweine sind, wird dieses Buch Sie wieder und wieder überraschen können. Denn die Hängematte hat sprachlich weder mit "hängen" noch mit "Matte" zu tun, Kümmeltürken kommen eigentlich aus Halle an der Saale oder Jena, das Weißbrot ist im Grunde ein "Weizenbrot", der Rosenmontag hat nichts mit Blumen, sondern mit "rasen" zu tun. Aber das lesen Sie am besten alles selbst nach! --Gabi Neumayer
Als das “Lexikon der populären Irrtümer†1996 erstmals erschien, sorgte es für so viel Aufsehen und Gesprächsstoff, dass es schnell zum Bestseller wurde. Denn die Autoren trafen und treffen immer noch den Nerv der Zeit: Die Menge unseres Wissens wächst immer rasanter -- und damit auch die Menge unserer Irrtümer, Vorurteile und Denkfehler. In diesem Buch wird mit einigen der hartnäckigsten und verbreitetsten Irrtümer aufgeräumt. So hat Eva garantiert nie einen Apfel gepflückt und Luther keine Thesen an die Kirchentür genagelt, kein Christ ist je im Colosseum von Löwen zerrissen worden, und Lesen im Dämmerlicht schadet den Augen kein bisschen. Und wenn Ihnen das schon unglaublich vorkommt, warten Sie, bis Sie schwarz auf weiß lesen, dass die Freiheitsstatue überhaupt nicht in New York steht und dass Schokolade den Zähnen nicht schadet!
Die Taschenbuchausgabe wurde -- auch aufgrund von Leseranregungen -- verbessert, berichtigt und sowohl um Erkenntnisse aus neuesten Untersuchungen als auch um Literaturhinweise erweitert. Das wurde von zahlreichen LeserInnen ausdrücklich gewünscht, denn vieles erscheint einem so unglaublich, dass man gern die Quellen nachlesen möchte. Obwohl manche Information aus diesem Buch inzwischen schon ebenso Allgemeingut geworden ist wie der Irrtum, den sie berichtigt. So weiß heute jedes Kind, dass Spinat keineswegs besonders viel Eisen enthält. Deshalb und weil es unser angeblich so sicheres Wissen immer wieder sehr unterhaltsam auf den Prüfstand stellt, möchte man diesem Buch mit jeder neuen Ausgabe viele neue Leser wünschen. Aha-Effekt garantiert! -- Gabi Neumayer
Auswandern in die Schweiz? Warum nicht! Fast jeder kennt jemanden, der in die Schweiz gezogen ist oder sich mit diesem Gedanken trägt. Nach den USA ist die Schweiz das Ziel Nummer eins für deutsche Auswanderer. Insgesamt sind es heute knapp 240.000, was der gesamten Wohnbevölkerung der Städte Lausanne und Bern entspricht. In Zürich stellen sie mit knapp 24 Prozent schon die größte ausländische Bevölkerungsgruppe. Hinzu kommen Scharen von Urlaubern sommers wie winters. Ein Knigge für Deutsche und Schweizer zur Vermeidung grober Missverständnisse kommt also keinen Tag zu früh.
Die Gründe für den steten Zustrom, so erfährt der Leser, liegen in der großen deutschen Steuer- und Abgabenlast sowie in der hohen Arbeitslosigkeit, insbesondere im Osten Deutschlands. Wie aber lebt es sich nun tatsächlich in der Schweiz? Unterhaltsam und kenntnisreich beschreiben die beiden Autoren die Unterschiede zwischen den beiden Ländern bei der Bewerbung, die in der Schweiz etwas weniger anpreisend gehalten ist, oder beim Einkauf, der in Deutschland zügiger und sachlicher über die Bühne geht. Dabei unterscheiden die Autoren natürlich zwischen Zürchern und Aargauern, zwischen Hamburgern und Schwaben. Denn weder die kleine Schweiz noch ihr großer Nachbar sind homogene Nationen. Im Gegenteil: Beide weisen eine ausdifferenzierte Bundesstaatlichkeit auf, die Schweiz noch mehr noch als die Bundesrepublik, die den regionalen Unterschieden Rechnung trägt.
Und zu guter Letzt mache sich der Leser darauf gefasst zu erfahren, dass im Ausland – auch und gerade im Schweizerischen – vieles anders und nicht unbedingt schlechter ist. Der gut gemeinte Rat der etwas besserwisserisch veranlagten Deutschen, „Wir machen das aber so...!“, ist wirklich verzichtbar und wird ganz sicher nicht gerne gehört. Fazit: Der Band ist mehr als ein Reiseführer, eher ein Erfahrungsschatz in Buchform, der, unterhaltsam und locker geschrieben, durchaus in die Tiefe geht .--Dr. Stefan Rusche, Literaturtest