Ne Website zu bauen kriegt inzwischen ja (fast) jeder hin: ein bisschen HTML, vielleicht sogar CSS, nette Bilder und ne Animation, fertig ist der Mausklickmagnet -- doch so einfach ist es nicht, denn eine "gute" Website, die anspricht und gefällt, muss bestimmten, erprobten Regeln gehorchen, Regeln, die Design-Fanatiker Jason Beaird (jasongraphix.com) in seinem Design für Webdesigner-Praxisleitfaden Gelungenes Webdesign so anschaulich auf den Pixel gebracht hat, wie vor ihm noch keiner.
Eigentlich sollte das Wissen aus Gelungenes Webdesign geprüftes Grundwissen für jeden Webprogrammierer und -entwickler sein -- ist es aber wohl mit Sicherheit nicht, was ein einfach Blick ins weltweite Web schnell bestätigt. Und worum handelt es sich bei diesem Wissen, das Beaird als "traditionelle Theorie grafischen Designs" bezeichnet?
An erster Stelle stehen die Grundregeln von Layout und Komposition: die räumliche Beziehung der Elemente eines Designs, vom Gleichgewicht, Proportionen bis hin zu Wiederholungen. Dann die Farbe: ästhetische und wissenschaftliche Betrachtungen, Farbpaletten und Harmonie. Ebenso wichtig: Textur -- allzu oft übersehen; das Zusammenspiel aller Elemente enthält eine Botschaft, die man zu den Zwecken einsetzen kann. Natürlich Typografie und hier in erster Linie Verständlichkeit, vor allen Spielereien und Möglichkeiten. Zuletzt dann Bilder: Bildauswahl, Formate und Bilddesign in der Site.
Beaird folgt mit Gelungenes Webdesign den erprobte Regeln guten Designs, aber er arbeitet sie nicht stur und trocken ab: sein roter Faden ist ein durchgängiges Websiteprojekt, an dem er die praktische Umsetzung der Regeln aufzeigt, Wirkungen vergleicht und Spielräume verdeutlicht. Greifbarer kann man unerlässliches Designer-Grundwissen nicht vermitteln. --Wolfgang Treß
Jeder träumt doch davon, neues Wissen direkt ins Hirn laden zu können: Buch unterm Kopfkissen, Hypnose oder der direkte Upload von CD - nun, das ist entweder Aberglaube oder Fiktion; außer man verwendet die "Kopf bis Fuß"-Methode: Fachwissensvermittlung locker flockig, basierend auf den neusten Lerntheorien und -erkenntnissen. Man könnte es so formulieren: "Kopf bis Fuß" hat Hand und Fuß und ist der direkteste Weg von den Seiten eines Buchs zur dauerhaften Verankerung in den heimischen Synapsen.
Webdesign von Kopf bis Fuß von Ethan Watrall und Jeff Siarto in der Übersetzung von Stefan Fröhlich ist dafür ein gutes Beispiel: bunt, quirlig und dennoch immer entlang eines roten Fadens, der sich von der Technik des Web über die Grundlagen der einzelnen Teildisziplinen wie Wahrnehmung und Navigation bis hin zum Layout zieht. Immer beispielhaft um kleinen Aufgaben und visuellen Darstellungen aufgebaut, die das Gelernte und noch zu Lernende miteinander in Beziehung setzen und dauerhaft verknüpfen. Das macht Spaß und man hat fast ein schlechtes Gewissen, ganz nach dem Motto: "Medizin, die gut schmeckt, kann nix helfen." Ist aber nicht so: Lernen, das Spaß macht ist nachhaltiges Lernen und die "Kopf-Bis-Fuß"-Methode setzt auf praktische Umsetzung und Anwendung weit ab vom Elfenbeinturm, der wissenschaftlichen "nicht verstanden werden wollen, weil ja sonst nicht mehr wissenschaftlich"-Publikationen.
Ansonsten decken die beiden Autoren inhaltlich alles ab, was man über und zum Webdesign auf dem neusten Stand wissen muss: Konzeption, Struktur, Layout und Design, Farben, Navigation, Texten fürs Web, Navigation, Barrierefreiheit, Pflege und Weiterentwicklung sowie Business-Einsätze. Kurzweilig, umfangreich bis umfassend und vor allem: Effektiv - Webdesign lernen mit Webdesign von Kopf bis Fuß heißt Spaß haben! --textico.de/Wolfgang Treß